Februar 2026
Die Geschichte von Palantir Technologies ist eng mit sicherheitsrelevanter Datenanalyse und einem bewusst unkonventionellen Selbstverständnis verbunden. Gegründet wurde das Unternehmen 2003 von Peter Thiel, Alex Karp und weiteren Mitstreitern mit dem Ziel, große, heterogene Datenmengen so auszuwerten, dass verborgene Muster sichtbar werden – zunächst vor allem für Geheimdienste und staatliche Sicherheitsbehörden. Palantir positionierte sich damit früh außerhalb des klassischen Silicon-Valley-Mainstreams und verstand seine Software weniger als Produkt für den Massenmarkt denn als strategisches Werkzeug für komplexe Entscheidungsprozesse.
Der Börsengang erfolgte erst 2020 in Form eines Direct Listings, was den Sonderstatus des Unternehmens unterstrich. Zu diesem Zeitpunkt hatte Palantir bereits eine lange Phase privater Finanzierung hinter sich und verfügte über etablierte Kundenbeziehungen im öffentlichen Sektor, insbesondere in den USA. Die Plattformen Gotham (für staatliche Kunden) und Foundry (für Unternehmen) bildeten das technologische Rückgrat des Geschäftsmodells. Charakteristisch ist dabei der stark projektorientierte Ansatz: Palantir-Software wird tief in die Prozesse der Kunden integriert, was hohe Anfangsinvestitionen erfordert, später jedoch zu hoher Kundenbindung führt.
Der Geschäftsverlauf nach dem Börsengang war von Spannungen zwischen Wachstum und Profitabilität geprägt. Einerseits wuchsen Umsatz und Kundenbasis kontinuierlich, insbesondere im kommerziellen Segment, das lange Zeit hinter dem staatlichen Geschäft zurückblieb. Andererseits belasteten hohe Kosten für Personal, Implementierung und aktienbasierte Vergütung die Margen. Der Kapitalmarkt reagierte entsprechend volatil und schwankte zwischen der Wahrnehmung Palantirs als strategischem Zukunftswert und der Skepsis gegenüber der mangelnden kurzfristigen Ertragskraft.
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In den vergangenen Jahren verschob sich dieses Bild zunehmend. Palantir gelang es, die operative Effizienz zu steigern und den Fokus stärker auf skalierbare Anwendungen zu legen. Besonders die Positionierung im Bereich Künstliche Intelligenz und datengetriebener Entscheidungsunterstützung rückte in den Vordergrund. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Anwendungen wuchs auch die Nachfrage nach Plattformen, die sensible Daten integrieren, strukturieren und kontrolliert nutzbar machen – ein Umfeld, in dem Palantir seine Stärken ausspielen kann.
Die Aktienkursentwicklung reflektierte diesen Wandel. Nach einer Phase erheblicher Übertreibung und anschließender Korrektur begann der Markt, das Geschäftsmodell differenzierter zu bewerten. Palantir wird heute weniger als reiner Wachstumswert betrachtet, sondern zunehmend als Anbieter kritischer Infrastruktur für datenintensive Organisationen. Die Visibilität der Umsätze hat sich verbessert, wenngleich das Geschäftsmodell weiterhin von einzelnen Großkunden und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst bleibt.
Der Ausblick für Palantir ist damit ambivalent, aber strategisch interessant. Das Unternehmen profitiert strukturell vom steigenden Bedarf an Datenintegration, KI-Governance und sicherheitskritischer Analyse – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Gleichzeitig bleibt Palantir ein polarisierender Wert, dessen Bewertung stark von der Einschätzung abhängt, ob sich das Geschäftsmodell weiter standardisieren und skalieren lässt. Gelingt dieser Übergang, könnte Palantir langfristig weniger als Projektanbieter, sondern als unverzichtbare Softwareplattform für das KI-Zeitalter wahrgenommen werden. Für Investoren bleibt die Aktie damit eine fokussierte Wette auf die zunehmende strategische Bedeutung von Daten – jenseits klassischer Softwarekategorien.
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