AMD Aktienanalyse

AMD greift NVIDIA an: OpenAI, Anthropic & 107 % Wachstum

September 2026

 

Advanced Micro Devices, kurz AMD, wurde 1969 im kalifornischen Silicon Valley gegründet und gehört heute zu den bedeutendsten Halbleiterunternehmen der Welt. Über Jahrzehnte war AMD vor allem als Konkurrent von Intel bekannt. Das Unternehmen entwickelt Prozessoren für PCs, Server und Spielekonsolen und ist darüber hinaus mit programmierbaren Chips sowie inzwischen vor allem mit leistungsfähigen Beschleunigern für Künstliche Intelligenz aktiv.

Einen entscheidenden Wendepunkt erlebte AMD unter CEO Lisa Su, die 2014 die Führung übernahm. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Unternehmen in einer schwierigen Situation und hatte technologisch gegenüber Intel erheblich an Boden verloren. Mit der neuen Zen-Prozessorarchitektur gelang jedoch die Wende. Ryzen-Prozessoren machten AMD im PC-Markt wieder konkurrenzfähig, während die EPYC-Prozessoren zunehmend Marktanteile im lukrativen Servergeschäft gewinnen konnten.

Strategisch wichtig war zudem die Übernahme von Xilinx im Jahr 2022. Dadurch erweiterte AMD sein Portfolio um sogenannte FPGAs und stärkte seine Position in Rechenzentren, Industrie, Telekommunikation und Embedded Computing. Heute verfügt das Unternehmen damit über ein ungewöhnlich breites Angebot aus CPUs, GPUs, adaptiven Chips und Netzwerktechnologien.

Der wichtigste Wachstumstreiber ist inzwischen allerdings Künstliche Intelligenz. Mit der Instinct-Produktfamilie versucht AMD, eine Alternative zu den dominierenden KI-Beschleunigern von Nvidia aufzubauen. Gerade große Cloud- und KI-Unternehmen haben ein erhebliches Interesse daran, ihre Abhängigkeit von einem einzigen Chipanbieter zu reduzieren.

Wie stark sich AMD dadurch verändert, zeigen die Anfang August veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2026. Der Konzernumsatz erreichte mit 11,5 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekord und lag 50 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn stieg auf rund 2,3 Milliarden Dollar, während der bereinigte Gewinn je Aktie 1,66 Dollar erreichte.

Besonders beeindruckend entwickelte sich das Data-Center-Geschäft. Der Umsatz sprang um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar und hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Rund 58 Prozent des gesamten Konzernumsatzes stammen inzwischen aus diesem Bereich. Noch vor wenigen Jahren wurde AMD hauptsächlich als Hersteller von PC-Prozessoren wahrgenommen – heute ist das Rechenzentrum der mit Abstand wichtigste Wachstumsmotor.
 

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Dafür sorgen zwei Produktgruppen. Die EPYC-Serverprozessoren gewinnen weiterhin Marktanteile und werden von großen Cloudanbietern eingesetzt. Gleichzeitig wächst das Geschäft mit den Instinct-KI-Beschleunigern. Mit der MI400- beziehungsweise MI450-Generation und dem neuen Helios-System greift AMD Nvidia inzwischen nicht mehr nur mit einzelnen Chips an, sondern mit kompletten KI-Systemen.

Helios ist dabei strategisch besonders wichtig. Ähnlich wie Nvidia mit seinen Rack-Systemen kombiniert AMD GPUs, EPYC-Prozessoren, Netzwerktechnik und Software zu einer kompletten Infrastruktur für große KI-Rechenzentren. Kunden können dadurch ganze KI-Cluster auf Basis der AMD-Technologie aufbauen.

Und AMD gewinnt dafür inzwischen prominente Abnehmer. Microsoft will Helios-Systeme in großem Umfang innerhalb seiner Azure-Cloud einsetzen. Mit Anthropic wurde eine Vereinbarung über die Bereitstellung von bis zu zwei Gigawatt an AMD-Instinct-Systemen geschlossen. Auch OpenAI und Meta haben langfristige Vereinbarungen mit AMD getroffen, die jeweils den Einsatz von bis zu sechs Gigawatt an Data-Center-GPUs vorsehen.

Diese Verträge könnten die Größenordnung des Unternehmens in den kommenden Jahren erheblich verändern. AMD versucht damit, sich dauerhaft als zweite große Plattform für KI-Rechenzentren neben Nvidia zu etablieren.

Ein entscheidender Faktor ist dabei die Software. Nvidia besitzt mit CUDA ein Ökosystem, das über viele Jahre aufgebaut wurde und für Entwickler einen erheblichen Wettbewerbsvorteil darstellt. AMD versucht mit ROCm diese Lücke zu schließen. Je einfacher bestehende KI-Anwendungen auf AMD-Hardware betrieben werden können, desto attraktiver wird ein Wechsel oder zumindest eine Aufteilung der Rechenleistung auf mehrere Anbieter.

Neben KI entwickelt sich auch das klassische PC-Geschäft ordentlich. Der Client-Umsatz stieg im jüngsten Quartal um 23 Prozent auf rund 3,1 Milliarden Dollar, getragen von einer starken Nachfrage nach Ryzen-Prozessoren. Schwächer entwickelte sich dagegen das Gaming-Geschäft, dessen Umsatz um 31 Prozent auf 779 Millionen Dollar zurückging. Das Embedded-Segment wuchs wiederum um 19 Prozent auf 977 Millionen Dollar.
 


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Damit wird die Abhängigkeit vom klassischen PC- und Gaming-Markt zunehmend geringer. Das ist für AMD strategisch besonders wichtig, denn Data-Center-Produkte besitzen nicht nur höhere Wachstumsperspektiven, sondern können auch deutlich höhere Margen ermöglichen.

Genau das zeigt sich bereits in den aktuellen Zahlen. Die bereinigte operative Marge erreichte 27 Prozent. Im Data-Center-Segment lag die operative Marge sogar bei 31 Prozent. Gleichzeitig verfügte AMD zum Quartalsende über rund 13,1 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen Anlagen.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management eine weitere Beschleunigung des Data-Center-Geschäfts. Die Nachfrage nach EPYC-Prozessoren steigt und gleichzeitig beginnt die neue Generation der Instinct-Systeme hochzulaufen. Der KI-Boom entwickelt sich damit zunehmend vom zusätzlichen Wachstumsmarkt zum Zentrum der gesamten AMD-Strategie.

Für die AMD-Aktie liegt genau darin die große Chance. Nvidia dominiert den Markt für KI-Beschleuniger weiterhin deutlich, AMD muss diesen Markt aber nicht übernehmen, um erheblich zu wachsen. Angesichts der Milliardeninvestitionen in neue KI-Rechenzentren könnte bereits ein deutlich kleinerer Marktanteil enorme zusätzliche Umsätze ermöglichen.

Das Risiko liegt gleichzeitig in den sehr hohen Erwartungen. Nvidia verfügt weiterhin über ein äußerst starkes Software-Ökosystem, und auch kundenspezifische Chips von Unternehmen wie Broadcom gewinnen an Bedeutung. Hinzu kommen geopolitische Risiken und Exportbeschränkungen für besonders leistungsfähige KI-Chips nach China.

Dennoch befindet sich AMD heute in einer wesentlich stärkeren Position als noch vor wenigen Jahren. Das Unternehmen konkurriert gleichzeitig bei Server-CPUs, KI-Beschleunigern und kompletten KI-Systemen und kann dabei auf immer größere Kundenverträge verweisen.

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen diesen Wandel besonders gut: 11,5 Milliarden Dollar Rekordumsatz, 50 Prozent Konzernwachstum und ein um 107 Prozent gestiegener Data-Center-Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar zeigen, dass AMD längst nicht mehr nur der kleinere Konkurrent von Intel ist. Für die Aktie dürfte in den kommenden Jahren vor allem entscheidend sein, wie viel Marktanteil AMD Nvidia bei KI-Rechenzentren tatsächlich abnehmen kann. Gelingt es, Helios und die Instinct-Plattform neben Nvidia als zweite große KI-Infrastruktur zu etablieren, könnte AMD vor einer der stärksten Wachstumsphasen seiner Unternehmensgeschichte stehen.

Die hohe Bewertung ist von daher auch zu rechtfertigen, der Kurs ist jedoch schon sehr gut gelaufen. Wir analysieren beides zusammen und geben Dir wieder einen technischen Ausblick auf die Aktie heute.

 

 

 

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